K054 Konzertantes Duo

english K054 Duo concertant

K54 Duo Concertant

pour violon et piano en cinq mouvements // Partie de Violon avec la collaboration de Samuel Dushkin – Duo concertant (Konzertantes Duo / Konzert-Duo) für Violine und Klavier in fünf Sätzen // Violinpart unter Mitarbeit von Samuel Dushkin – Duo concertant for violin and piano in five movements – Duo concertante per violino e pianoforte. // Parte del violino in collaborazione con Samuel Dushkin

Aufbau: fünfsätzig; die Sätze sind nicht numeriert und tragen französische Titelüberschriften; die Sätze zwei und fünf sind streckenweise ohne Taktstriche.

Aufriss

Cantilène Viertel = 88 (64 Takte)

Eglogue I Viertel = 76-80 (53 [76] Takte = zwischen Takt 4 und 5 [Takt 27] 23 Taktwerte ohne

Taktstrich

Eglogue II Viertel = 44-42 (33 Takte)

Gigue punktierte Viertel = 120 (254 Takte)

Dithyrambe Sechszehntel = 60 (22 [38] Takte = zwischen Takt 7 und 8 [24] 16 Taktwerte ohne

Taktstrich

Korrekturen / Errata

Ausgabe 54-1

Cantilène

1.) Takt 37 (S. 3, System III, Takt 3) Klavier Diskant: 8. Achtel ist f1 statt g1 zu lesen.

2.) Takt 55 (S. 5, System III, Takt 3) Violine: die letzte Triole ist Achtelpause / punktierte Achtelhohlraute cis2 / Achtelhohlraute e2 statt Achtelpause-gis3-h2 zu lesen.

3.) Takt 55 (S. 5, System IV, Takt 1) Violine: die 1. Achteltriole ist Hohlraute g1 / b mit Hohlraute f1 / g mit h und Hohlraute f1 statt d2-f2-h2 zu lesen.

Eglogue II

1.) Takt 18 (S. 11, System IV, Takt 4, Klavier Diskant: die 2. Viertel der bassgeschlüsselten Oberstimme ist fis1 statt f1 zu lesen.

Gigue

1.) Takt 123 (S. 19, System II, Takt 5) Klavier Bass: die letzte Ligatur ist As-b-Sechzehntelpause statt As-Sechzehntelpause-b zu lesen.

2.) Takt 169 (S. 21, System IV, Takt 3) Klavier Diskant-Bass: die Ligaturnote punktierte Achtel as1 in der violingeschlüsselten Bassstimme ist gleichwertig in die Diskantstimme zu verschieben; die letzte Note der bassgeschlüsselten Bassstimme punktierte Achtel As ist mit einem geklammerten Auflösungszeichen statt falsch mit einem geklammerten Erniedrigungszeichen zu versehen, so dass A zu lesen ist.

3.) Takt 182 (S. 22, System II, Takt 6) Klavierstimme Diskant: in der dritten Sechzehntel-Ligatur ist der Zweitonakkord g2-h2 statt e2-g2 zu lesen.

4.) Takt 183 (S. 22, System III, Takt 1) Klavierstimme Diskant: der dritte Sechzehntel-Wert ist a2 statt g2 richtig zu lesen.

5.) Takt 196 (S. 23, System I, Takt 4) Klavierstimme Diskant: die erste Sechzehntel-Ligatur ist es2- b1-c1statt es2-g1-c1 zu lesen.

6.) Takt 208 (S. 23, System IV, Takt 1) Violinstimme: die 5. Sechzehntelnote (zweite Note der zweiten Ligatur) ist d3 statt f3 zu lesen.

Dithyrambe

1.) Takt 11 (S. 27, System II, Takt 4) Klavierstimme Bass: im Akkord Fes-B-d-f ist das f mit einem geklammerten Auflösungszeichen zu versehen.

2.) Takt 3 vor Schluss, (S. 27, System IV, Takt 3) Diskant: der 3. Notenwert ist Zweitonakkord d1-g1 statt Zweitonakkord e1-g1 zu lesen; im Bass der 2. Achtelakkord F-e statt G-e.

Stil: neoklassizistisch; Strawinsky war in den Monaten der Entstehung des konzertanten Duos, nicht ohne Zutun seines engen Freundes Charles-Albert Cingria, von der antiken Hirtenpoesie angetan. Bei Strawinsky setzte sich der Gedanke fest, eine lyrische Komposition schreiben zu sollen, und er berief sich für seine Begründung auf den seiner Meinung nach lyrischsten Komponisten überhaupt, auf Peter Tschaikowsky, der in einem Brief die lyrische Komposition die strengste Kompositionsform genannt habe, und auf Cingria, der erklärte, eine lyrische Komposition ohne strenge Regeln verbleibe im Zustand des bloßen Gefühls, das es überall gäbe. Cingria hatte gerade (1932 veröffentlicht) sein Buch über Petrarca verfasst.* Satztitel wie Ekloge oder Dithyrambe verwiesen unmittelbar auf Vergilsche Pastorallyrik beziehungsweise auf die Vorform der attischen Tragödie, aber auch auf Gestaltungsstrenge in einem gedanklichen Umfeld, in dem viele seiner klassizistischen Kompositionen von Oedipus rex bis Perséphone spielen. Strawinsky beabsichtigte wohl, die 5 Sätze um den langsamen Mittelsatz herum symmetrisch anzuordnen, und er wählte ein Thema, das sich über alle Sätze hin entwickelte. Seiner Vorstellung nach sollten die fünf Sätze ein geschlossenes Ganzes und somit gewissermaßen eine musikalische Parallele zur antiken, von weiser Technik beherrschten Pastoraldichtung bilden. Die Strawinskyliteratur hat dem Stück in Mehrheit trotzdem immer verhalten gegenüber gestanden. White bezeichnete den vierten Satz als geradezu langweilig und spricht am Ende gar von „Geschwätz" (garrulous = geschwätzig, redselig, langatmig). Auch von den vorhergehenden 3 Sätzen hielt er nichts, weil sie seiner Meinung nach nicht auf der Höhe der anderen Kompositionen Strawinskys stünden. Lediglich dem letzten Satz billigte er Meisterschaft zu. Nun fällt die außerordentlich virtuose Gigue aus dem Zusammenhang heraus, stört auch die normalen zeitlichen Proportionen des Duos durch Überlänge. Ob sie im Sinne Whites langweilig wirkt, dürfte eine Frage des Geigers sein, der daraus ein virtuoses Kabinettstück machen kann, wenn es ihm gelingt, die formalen Probleme zu meistern. Alle anderen Sätze werden von einem Widerspiel zwischen akkordischer Gewalt (man hat von "Barokkismus" gesprochen) und einem virtuos-filigranen Netzwerk in Lauftechnik beherrscht. Die Cantilène beginnt toccatenartig mit einem aufs Klavier übertragenen Orchestertremolo, umspielt von Sechszehntelpassagen der Violine in typischer Strawinskyscher Permutationstechnik. Im Mittelteil ab Takt 15 bringt die Violine das zu entwickelnde Thema in Doppelgriffen, während das Klavier bis Takt 24 weiter tremoliert, um dann die Sechszehntelfiguren der Violine zu übernehmen, die selbst ausschließlich das Doppelgriffthema ausspinnt. Die zehn letzten Takte 55 bis 64 bilden eine verkürzte Reprise der ersten 14 Takte. Der Satz dürfte seine Bezeichnung von der kantilenenartigen Violin-Doppelgrifführung der Takte 15 bis 54 haben. Der streckenweise taktstrichlose zweite Satz Eglogue I löst die markanten Viertelnotendoppelgriffe des ersten Satzes in Sechszehntelbrechungen auf, der dritte Satz Eglogue II in eine punktierte Solostimme. In der Gigue, die, spielt man sie schlecht, wie ein Räderwerk zum Ablauf gebracht werden kann, bleibt vom Motiv nur noch ein Eintonkern übrig, der von Mal zu Mal die Läufe des 6/16-Taktes speist. Im letzten Satz Dithyrambe erhält das Einheitsmotiv seine größte hymnische Sangbarkeit, eingehüllt in ein virtuoses Figurenspiel, das zwischen beiden Instrumenten wie im Verfahren der durchbrochenen Thematik hin und her läuft. Wer Strawinsky böse will, sieht allenthalben Reminiszenzen und damit die Auswirkungen der Technik von Kuss der Fee. Für Dushkin erinnert der erste Satz an die instrumentale Einleitung zur Psalmensymphonie, der zweite an den Königsmarsch aus der Geschichte vom Soldaten, der dritte an die Aria II des Violinkonzerts, der vierte an den Pas de deux aus Apollon, der fünfte an die Threnodien der Bläsersinfonien. Statt der von Strawinsky postulierten stilistischen Einheitlichkeit ist ihm die stilistische Vielfalt bemerkenswert. Siohan wiederum zeigt sich von dem Duo begeistert – neuerlich ein Beweis für die Widersprüchlichkeit der Aussagen, zu der man findet, wenn Strawinsky emotional statt technisch gedeutet wird.

* Charles-Albert Cingria: Pétrarque, Editions L’Age d’homme, Lausanne 1932.

Widmung: Nach Robert Siohan soll das Duo Concertant Samuel Dushkin gewidmet sein.

Dauer: etwa 2' 53" + 2' 04" + 2' 55" + 4' 14" + 2' 55".

Entstehungszeit: begonnen im Dezember 1931 in Voreppe, abgeschlossen am 15. Juli 1932. Eine der Skizzen aus dem reichhaltigen Skizzenbestand ist mit >27 XII 31<, datiert, eine andere mit >Voreppe / 9 fevr./32<. Die Reinschrift trägt das Abschlussdatum >15 juillet/32<.

Uraufführung: 28. Oktober 1932 im Berliner Funkhaus durch Samuel Dushkin und Igor Strawinsky; erste öffentliche Konzertaufführung durch Samuel Dushkin und Igor Strawinsky am 2. November 1932.

Bemerkungen: Bis zum Zusammenbruch des Zarenreiches bildeten die Einnahmen aus seinen russischen Gütern die wichtigste Grundlage von Strawinskys bürgerlicher Existenz. Als sie nach 1917 ausblieben, geriet er in finanzielle Bedrängnis. Hilfe erhielt er von befreundeter Seite, etwa von der Prinzessin Edmond de Polignac, von Leopold Stokowski oder von der Chilenin Eugenia Errazuriz. Er begann auf Diaghilews Rat hin, seine Werke selbst zu dirigieren, und machte sich Anfang der zwanziger Jahre auf Anregung Kussewitzkys auch als Pianist podiumsreif, schrieb sich nach dem geglückten Auftritt als Solist im Concerto für Klavier und Bläser mit der Sonate, der Serenade und vor allem dem Capriccio sein eigenes Klavierrepertoire. Kammerkonzerte mit geringstimmig besetzten Stücken waren leichter zu bewerkstelligen und führten noch am ehesten zu Konzertaufträgen. Daher komponierte er in Voreppe für sich und den Geiger Samuel Dushkin, den er gerade kennengelernt und für den er das Violinkonzert geschrieben hatte, innerhalb von sechs Monaten zwischen Dezember 1931 und 15. Juli 1932 für eine geplante Europa-Amerika-Tournee das Duo Concertant als Originalwerk und verfasste anschließend als abendfüllende Ergänzungen dazu eine ganze Folge von Arrangements für Violine und Klavier aus seinen bisherigen Orchester- und Chorwerken. So sind fast alle Violin-Klavier-Transkriptionen Strawinskys in diesem Zusammenhang seit Mitte 1932 bis Mitte 1933 entstanden und von dem Ratgeber Dushkin als Solisten und ihm selbst als Klavierbegleiter gespielt und auf Schallplatte aufgenommen worden. Als Vorlagen suchte er sich die klangschönsten und wirkungsvollsten Stellen aus seinen bisherigen Werken heraus, das also, was man gemeinhin „Perlen“ nennt. Dazu gehörten die Arie der Nachtigall und der Chinesische Marsch aus Le Rossignol, das Scherzo und das Wiegenlied ( Berceuse) aus dem Feuervogel, der Russische Tanz aus Petruschka, das Lied der Parascha als spätere Transkription der Einleitungsarie aus Mawra unter dem Titel „Gesang eines russischen Mädchens“. Ferner schrieb er das dafür besonders geeignete Pastorale in einer etwas erweiterten Fassung für Violine und Klavier um und stellte aus dem Pulcinella-Ballett eine eigene Suite Italienne zusammen. Auch das Divertimento, die aus der Ballett-Musik Kuss der Fee als symphonische Suite herausgelöste Konzertmusik, erfuhr eine Transkription für Violine und Klavier. An allen diesen Bearbeitungen war Dushkin so weitgehend beteiligt, dass sein Name in den entsprechenden Ausgaben an herausragender Stelle vermerkt steht. Strawinsky hatte ihm nicht nur die Spielbarkeit seiner Vorstellungen zu danken, sondern vor allem die Ausweitung der Violinstimme in die Tiefen- und Höhenlage. Dass der in solchen Dingen sehr heikle Strawinsky bereit war, in allen diesen Bearbeitungen Dushkins Namen an herausragender Stelle zu nennen, beweist, dass Dushkin mehr gewesen ist als nur ein erfahrener Berater in Spieltechnik. Tatsächlich war Dushkin über seinen Beruf als Konzertgeiger hinaus ein anerkannter und sehr fleißiger Transkriptions-Spezialist, der auch unabängig von Strawinsky ein umfangreiches Transkriptionswerk hinterlassen hat. Es war damals Dushkin, der Strawinsky auf die Idee brachte, Violintranskriptionen eigener Werke in Serie herzustellen.

Dushkin-Strawinsky-Zusammenarbeit: Dushkin, der seine Zusammenarbeit mit Strawinsky in einer freundschaftlichen Form später schriftlich festgehalten hat, brachte im Hinblick auf Transkriptionen große Erfahrungen mit. Davon zeugen überaus viele veröffentlichte Bearbeitungen. Strawinsky nahm seinen Rat sehr ernst und änderte häufig im Sinne Dushkins, legte aber größten Wert auf die Reinerhaltung seiner eigenen Handschrift. Da Dushkin ein sehr guter Geiger war, der technische Probleme nicht fürchten musste, wurden nach und nach alle Transkriptionen, auch diejenigen, die sich zunächst sehr schlicht anließen, zu schwierigeren Stücken, denen nicht jeder Geiger gewachsen ist. Schon während der Arbeit am Violinkonzert suchte er Strawinsky für Transkriptionen zu gewinnen, stieß aber auf Ablehnung. Dushkin transkribierte die Berceuse aus dem Feuervogel, um Strawinsky eine Freude zu bereiten. Der aber zeigte sich so wenig erfreut, dass es Dushkin verletzte. Für Strawinsky klang das Dushkin-Arrangement wie Kreislers Arrangement aus Rimsky-Korssakows Hindulied, und, was für Strawinsky das Schlimmste war, es klang ihm zu orientalisch. Lediglich an der Bearbeitung einzelner Nummern aus der Geschichte vom Soldaten, die ebenfalls in diesen Kammermusikabenden gespielt wurden, war Dushkin nicht beteiligt. Eine weitere Transkription aus dem Ballett Kuss der Fee, ursprünglich gleichfalls für und mit Dushkin vorgesehen, blieb Entwurf. Strawinsky holte sie 15 Jahre als Ballad für Jeanne Gautier wieder hervor, duldete aber nicht deren Namensnennung auf dem Titelblatt.

Konzertreisen und Aufnahmearbeit: Das Craftsche Bon mot, er sei der einzige gewesen, der einen Streit mit Strawinsky lebend überstanden habe, gilt auch für Samuel Dushkin. Strawinsky hatte nach der Fertigstellung des Duos einen großen Teil des Jahres 1932 und die erste Hälfte des Jahres 1933 mit der Einrichtung seiner Arrangements verbracht. Zwei Terminserien im selben Jahr, 6. und 7. April sowie 6. bis 8. Juni dienten der Tonaufnahme im Pariser Studio Albert. Das Duo concertant wurde während der ersten Aufnahmeserie eingespielt, die Sätze 1 bis 3 und 5 am 6. April, der 4. Satz, die technisch anspruchsvolle und von Strawinsky sehr schnell genommene Gigue, am 7. April 1933. Die ausgedehnten Konzertreisen mit Dushkin setzten sofort nach der Uraufführung des Violinkonzerts ein; nun sollten sie um Kammermusikabende erweitert und ergänzt werden. Mehrere Jahre lang, zwischen 1931 und 1937, reisten Dushkin und Strawinsky miteinander; dass es glimpflich verlief, war bei einem mitunter stimmungsschwankenden Strawinsky kaum zu erwarten. Doch Dushkin war von Natur aus so sensibel, überlegen und human, dass es nicht zum Streit kam. Dushkin sah Strawinsky offensichtlich so, wie auch Craft ihn sah, nämlich als einen ängstlichen, skrupelvollen, häufig an sich selbst zweifelnden Menschen, der sich hinter Witz und Distanz versteckte, und behandelte ihn respektvoll und pfleglich. Vermutlich wusste Dushkin aber auch, dass die Begegnung mit Strawinsky, sah man es unter Karrieregesichtspunkten, sein eigener Glücksfall war. Für die späteren Aufnahmen nach dem 2. Weltkrieg verständigte sich Strawinsky mit Joseph Szigeti.

Situationsgeschichte: Viele Komponisten standen bis Anfang der zwanziger Jahre einer Kombination von Streichern mit Klavier, also von nichttemperierten Instrumenten mit einem temperierten Instrument, abwehrend gegenüber. Man forderte außerdem eine Umformung auch des Orchesters mit dem Ziel, alle disharmonisch-obertonreichen Instrumente zu entfernen. Das betraf ausschließlich die hellen Streicher, also die Violinen. Bläser und tiefe Streicher wurden von dem Verbot nicht betroffen. In dieser Zeitströmung bewegte sich auch Strawinsky. Er machte andere Gründe namhaft, führte den Verzicht auf helle Streicher auf den Einfluss der Antiromantik zurück und ihre Wiedereinführung auf die Abnutzung der Bläsereffekte. Um 1923, also mit dem Aufkommen neuer Ordnungsgefüge, war diese Bewegung weitgehend vorbei, zur Entstehungszeit des Duo Concertant spielte sie überhaupt keine Rolle mehr. Was blieb, war die Musikerabneigung, temperierte und nichttemperierte Instrumente zu kombinieren; aber diese Bedenken wurden bei Strawinsky angesichts der zweckbestimmten Pläne hintangesetzt.

Fassungen: Das Duo Concertant erschien 1933 im Russischen Musikverlag der Kussewitzkys und wurde 1951 von Boosey & Hawkes unter Verweis auf den Original-Verlag und mit dem originalen Copyright-Vermerk neu herausgebracht. Eine revidierte Fassung im Sinne der Ballett-Revisions-Fassungen gab es nicht. Der Vertrag mit dem Russischen Musikverlag trägt die römische Nummer XV und wurde am 9. April 1932 von Strawinsky in Voreppe und am 11. April von Gabriel Païchadze in Paris unterzeichnet. Der Vertrag ging am 16. April 1932 an Strawinsky zurück. Vereinbart war ein Honorar von 1.250 Dollar mit einer Sofortzahlung von 650 Dollar bei Vertragsabschluss. Im ersten Erscheinungsjahr wurden 102, zwischen 1935 und 1938 nur wenig mehr als 150 Exemplare verkauft. Geschäftlich war die Komposition somit kein sonderlicher Erfolg. – Die erste Boosey-Ausgabe unterscheidet sich von der nachfolgenden nur durch das Fehlen von Druckerhinweis und Edidit-Zahl. Selbst die auf dem Titelblatt der Violinstimme fälschlich hingelangte Satzbezeichnung >Cantilène< blieb erhalten.

Historische Aufnahmen: 6. und 7. (Gigue) April 1933 im Studio Albert Paris mit Samuel Dushkin und Igor Strawinsky; 11. und 13. Oktober 1945 mit Joseph Szigeti und Igor Strawinsky.

CD-Edition: VII-2/1-5 (Aufnahme1945).

Autograph: Sammlung Dr. Maurice Gilbert in Paris; eine vollständige Partiturskizze befindet sich in der Paul Sacher Stifung Basel.

Copyright: 1933 durch Édition Russe de Musique (Russischer Musikverlag) Berlin:

Ausgaben

a) Übersicht

54-1 1933; Vl.-Kl.; Russischer Musikverlag Berlin; 27 S.; R. M. V. 564.

    54-1 Straw ibd. [mit Korrekturen].

54-2 (1951) Vl.-Kl.; Russischer Musikverlag / Boosey & Hawkes London; 28 S.; 16373.

54-2 [51+] [1951+] id.

54-3 [65] [1965] ibd.

b) Identifikationsmerkmale

54-1 IGOR STRAWINSKY / Duo Concertant* / Pour* / Violon & Piano / en cinq mouvements/ [Zeichnung] / Edition Russe de Musique // IGOR STRAWINSKY / DUO CONCERTANT / pour VIOLON et PIANO / Prix : RM. 7.= / Frs.** 8.=/ EDITION RUSSE DE MUSIQUE / RUSSISCHER MUSIKVERLAG (G. M. B. H.***) / FONDÉE PAR S. ET N. KOUSSEVITZKY / BERLIN · LEIPZIG · PARIS · MOSCOU · LONDRES · NEW YORK · BUENOS AIRES / [°] / S. I. M. A. G. - Asnières-Paris. / 2 et 4, Avenue de la Marne – XXXIII**** // (Violin-Klavier-Ausgabe [nachgeheftet] 27 x 34,5 ([4°]); 27 [27] Seiten + 4 Seiten Umschlag [Außentitelei teilweise in Zierschrift mit Vignette 10 x 5 Klaviertastatur, Violine und aufgeschlagene Noten auf dem Flügelständer, 3 Leerseiten] + 2 Seiten Vorspann [Innentitelei, Leerseite] + 1 Seite Nachspann [Leerseite] + 12 [11] Seiten inliegende Violinstimme; Kopftitel >DUO CONCERTANT / pour VIOLON et PIANO<; ohne Widmung; Autorenangabe 1. Notentextseite paginiert S. 1 [Violin-Stimme paginiert S. 2] oberhalb und neben unnumeriertem Satztitel >Cantilène< [Violin-Stimme unter Satztitel] rechtsbündig zentriert >IGOR STRAWINSKY / 1932<; Mitarbeiternennung 1. Notentextseite Partitur und Stimme unterhalb Notenspiegel linksbündig >Partie de Violon avec la collaboration de Samuel Dushkin.<; Instrumentennennung [exclusively part] 1. Notentextseite oberhalb Notenspiegel mittig >VIOLON<; Rechtsschutzvorbehalte Partitur und Stimme 1. Notentextseite unterhalb Mitarbeiternennung linksbündig zentriert >Propriété de l'Editeur pour tous pays. / Edition Russe de Musique.°° / Russischer Musikverlag G. m. b. H. Berlin.< rechtsbündig zentriert >Copyright 1933 by Russischer Musikverlag G. m. b. H. Berlin. / Tous droits d'exécution, de reproduction et / d'arrangements réservés pour tous pays.<; Platten-Nummer [Partitur und Stimme] >R. M. V. 564<; keine Kompositionsschlussdatierung; Herstellungshinweis Partitur S. 27 linksbündig zentriert >S. I. M. A. G. - Asnières-Paris. / 2 et 4, Avenue de la Marne – XXXIII< Stimme S. 12 > S. I. M. A. G. Asnières-Paris.< rechtsbündig als Endevermerk Partitur und Stimme >GRANDJEAN GRAV .<) / (1933)

° Trennstrich 0.8 cm waagerecht.

°° Partitur ohne, Stimme mit Schlusspunkt (in der Stimme erscheint der Punkt als nicht richtig ausgedruckt nur dünn angedeutet und fehlgestellt).

* Schreibschrift.

** Währungseinheiten stehen untereinander.

*** G. M. B. H. ist mit kleineren Lettern und dabei B. H. unter G. M. gedruckt.

**** das Londoner Exemplar >h.3992.b.(7.) <enthält blattunterseits einen Stempelaufdruck MAJORATION 400, das Basler Exemplar >62 / STRAW / 191< 500.

54-1Straw

Strawinskys Nachlassexemplar ist auf der Außentitelseite unterhalb von >IGOR STRAWINSKY< mit >Igor Strawinsky / Voreppe / le 7 Août 1933< signiert und datiert. Korrekturen befinden sich auf den Seiten 3, 5, 11, 19, 21, 22, 23, 27 (siehe Korrekturen / Errata). Er notiert, schwer lesbar, in rot: >Correctetd copy / of the so many / performances by / myself with / S. Dushkin / ISTR<.

54-2 [65] igor stravinsky / Duo Concertant / pour violon et piano/ édition russe de musique · boosey & hawkes // Igor Stravinsky / Duo Concertant / pour violon et piano/ Édition Russe de Musique (S. et N. Koussewitzky) · Boosey & Hawkes / London . Paris . Bonn . Johannesburg . Sydney . Toronto . New York // (Violine-Klavierausgabe [nachgeheftet] 26,6 x 33 (2° [4°]); 28 [27] Seiten + 4 Seiten Umschlag tomatenrot auf graubeige [Außentitelei, 2 Leerseiten, Seite mit verlagseigener Werbung >Igor Stravinsky<* Stand >No. 40< [#] >7.65<] + 1 Seite Vorspann [Innentitelei] ohne Nachspann + 12 [11] Seiten inliegende Violin-Stimme [ X] 22,9 x 30,7 (2°) mit 1 Seite Vorspann [Titelei >DUO CONCERTANT / pour VIOLON et PIANO / IGOR STRAVINSKY* / VIOLON* / 1932*]; Kopftitel Partitur und Stimme >DUO CONCERTANT / pour VIOLON et PIANO<; Autorenangabe 1. Notentextseiten Partitur + Stimme unpaginiert [S. 2] Partitur oberhalb und neben Satztitel [Stimme zwischen Satztitel und mittiger Instrumentennennung >VIOLON<] rechtsbündig zentriert >IGOR STRAVINSKY / 1932<; Mitarbeiternennung 1. Notentextseiten Partitur + Stimme linksbündig unterhalb Notenspiegel >Partie de Violon avec la collaboration de Samuel Dushkin.<; Rechtsschutzvorbehalt Partitur + Stimme oberhalb Kopftitel linksbündig gekastet >IMPORTANT NOTICE / The unauthorized copying / of the whole or any part of / this publication is illegal< unterhalb Notenspiegel linksbündig unterhalb Mitarbeiternennung >Copyright 1933 by Édition Russe de Musique (Russischer Musikverlag) / Copyright assigned 1947 to Boosey & Hawkes Inc., for all countries / All rights of reproduction in any form reserved<; Platten-Nummer >B. & H.16373<; Herstellungshinweis 1. Notentextseite [Partitur + Stimme] unterhalb Satzspiegel rechtsbündig >Printed in England<; ohne Endevermerke) // [1965]

* Angezeigt werden ohne Niederlassungsangaben zweispaltig ohne Editionsnummern und ohne Preisangaben >Operas and Ballets° / Agon [#] Apollon musagète / Le baiser de la fée [#] Le rossignol / Mavra [#] Oedipus rex / Orpheus [#] Perséphone / Pétrouchka [#] Pulcinella / The flood [#] The rake’s progress / The rite of spring° / Symphonic Works° / Abraham and Isaac [#] Capriccio pour piano et orchestre / Concerto en ré (Bâle) [#] Concerto pour piano et orchestre / [#] d’harmonie / Divertimento [#] Greetings°° prelude / Le chant du rossignol [#] Monumentum / Movements for piano and orchestra [#] Quatre études pour orchestre / Suite from Pulcinella [#] Symphonies of wind instruments / Trois petites chansons [#] Two poems and three Japanese lyrics / Two poems of Verlaine [#] Variations in memoriam Aldous Huxley / Instrumental Music° / Double canon [#] Duo concertant / string quartet [#] violin and piano / Epitaphium [#] In memoriam Dylan Thomas / flute, clarinet and harp [#] tenor, string quartet and 4 trombones / Elegy for J.F.K. [#] Octet for wind instruments / mezzo-soprano or baritone [#] flute, clarinet, 2 bassoons, 2 trumpets and / and 3 clarinets [#] 2 trombones / Septet [#] Sérénade en la / clarinet, horn, bassoon, piano, violin, viola [#] piano / and violoncello [#] / Sonate pour piano [#] Three pieces for string quartet / piano [#] string quartet / Three songs from William Shakespeare° / mezzo-soprano, flute, clarinet and viola° / Songs and Song Cycles° / Trois petites chansons [#] Two poems and three Japanese lyrics / Two poems of Verlaine° / Choral Works° / Anthem [#] A sermon, a narrative, and a prayer / Ave Maria [#] Cantata / Canticum Sacrum [#] Credo / J. S. Bach: Choral-Variationen [#] Introitus in memoriam T. S. Eliot / Mass [#] Pater noster / Symphony of psalms [#] Threni / Tres sacrae cantiones°< [° mittenzentriert; °° Titelfehler original].

* Autorenangabe rechtsbündig zentriert, Instrumentennennung linksbündig zwischen Namen und Jahreszahl.


K Cat­a­log: Anno­tated Cat­a­log of Works and Work Edi­tions of Igor Straw­in­sky till 1971, revised version 2014 and ongoing, by Hel­mut Kirch­meyer.
© Hel­mut Kirch­meyer. All rights reserved.
https://kcatalog.org and https://kcatalog.net

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