K014 Der König der Sterne. Kantate

english K014 The Star-Faced One. Cantata

Звђздоликій [Swjesdoliki]

Кантата для мужского хора и оркестра — Le Roi des étoiles.Cantate pour chant [choeur d’hommes] et orchestre. Poème par K. Balmont — Der König der Sterne [Sternen-Antlitz]. Kantate für Männerchor und Orchester von Konstantin Balmont — The Star-Faced One [Starface]. Cantata for male voice choir and orchestra. Russian words by K. Balmont — Il Re delle stelle. Cantata per coro maschile ed orchestra (Poesia di Balmont)

Titel: Das russische Wort звђздоликій (heute звездоликий, in Strawinskys Singsprache swjesdóliki mit betontem und offenem o artikuliert) ist ein Eigenschaftswort und bedeutet soviel wie sternengleich. Seine Übersetzung ins Deutsche als Der König der Sterne oder Sternkönig nach dem Vorbild der französischen Übersetzung Le Roi des étoiles ist nicht einwandfrei und nur aus dem Gedichtinhalt zu rechtfertigen. Strawinsky beschwerte sich noch wenige Jahre vor seinem Tode in einem Brief an Ernest Ansermet vom 6. August 1966 über den falschen Titel, den er ‚absurd’ nannte und den er lieber durch den richtigen Titel französisch Face de l'étoile (deutsch: Sternen-Antlitz) ersetzt gesehen hätte. Daher trifft die Titelübertragung mit „Sternen-Antlitz“ den Titelsachverhalt besser. Walther Neft, der den russischen Text für die beiden Forberg-Ausgaben 1971 ins Deutsche übersetzte, blieb beim Titel „Der Sternenkönig“.

Besetzung: a) Erstdruck: Tenori, Bassi, Flauto piccolo, 3 Flauti (3° muta in Flauto piccolo 2), 4 Oboi, Corno Inglese, Clarinetto piccolo in mi b, 2 Clarinetti in Si b, Clarinetto in La, 3 Fagotti, Contrafagotto, 8 Corni in F, 3 Trombe in Do, 3 Tromboni, Tuba, Celesta, Timpani, Gran Cassa, Tam-tam, Arpa, Violini I, Violini II, Viole, Violoncelli, Contrabassi [Tenöre, Bässe, 3 Flöten (3. Flöte auch Piccolo-Flöte, 4 Oboen, Englischhorn, Kleine Klarinette in Es, 2 Klarinetten in B, Klarinette in A, 3 Fagotte, Kontrafagott, 8 Hörner in F, 3 Trompeten in C, 3 Posaunen, Tuba, Celesta, Pauken, Große Trommel, Tamtam, Harfe, Violinen I, Violinen II, Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe); b) Aufführungsanforderungen: Männerchor* (12 Tenöre, 12 Bässe), 2 kleine Flöten (2. kleine Flöte = 3. große Flöte), 3 große Flöten (3. große Flöte = 2. kleine Flöte], 4 Oboen (4. Oboe = Englischhorn), Englischhorn (= 4. Oboe), 4 Klarinetten (kleine Klarinette in Es, Klarinette in A, 2 Klarinetten in B), 3 Fagotte, Kontrafagott, 8 Hörner in F, 3 Trompeten in C, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, Schlagzeug (große Trommel, Tamtam), Celesta, 2 Harfen, Streicher (1. Violinen**, 2. Violinen***, Bratschen****, Violoncelli***, Kontrabässe*****).

* Chorstimmen einzeln bis zu dreifach geteilt.

** achtfach geteilt.

*** vierfach geteilt.

**** sechsfach geteilt.

***** zweifach geteilt.

Aufführungspraxis: Die Männerchorkantate gilt ihrer gesangstechnischen Schwierigkeiten wegen als beinahe unausführbar. Ein Chor kann sich nur dann an dieses Stück heranwagen, wenn jedes einzelne Chor-Mitglied über das absolute Gehör verfügt. Als besonders anschauliches Beispiel für die unerhörte Beanspruchung dient der Schlussakkord. Dort spielt das Orchester einen Akkord c-g-b-d, während der Chor mit g-h-d-fis gegenzuhalten hat. Das ist einer der Gründe, warum die Kantate so selten auf- und so spät, über ein Vierteljahrhundert nach ihrer Entstehung, nach einer schon abenteuerlichen Vorgeschichte, uraufgeführt wurde.

Vorlage: Die Dichtung, die original im 8. Band der seit 1908 entstehenden zehnbändigen Balmont-Ausgabe zu finden ist, den Balmonts Tochter im Frühjahr 1961 Strawinsky zuschickte, besteht aus 24 in 6 Strophen eingeteilten nicht reimenden Versen von Konstantin Balmont mit einem symbolistischen Inhalt, der Gott-Vater-Bilder des Alten Testaments mit wohlklingender Sprache, erhabenen Worten, aber ohne greifbaren Inhalt außer in Annäherungswerten an Bekanntes säkularisiert. Strawinsky meinte Jahrzehnte später etwas spöttisch, er wisse eigentlich immer noch nicht, worum es in dieser Dichtung gehe; doch seien die Worte gut und darauf allein käme es für seine Vertonung an. In der ersten Strophe wird von einem Gesicht gesprochen, das aussehe wie die Mittagssonne und Augen habe wie die Sterne kurz vor dem Untergang. Die zweite Strophe beschwört die gewebten Gewänder, die vom „Bogen des Himmels“ gefärbt sind, in denen „er“ von neuem erstanden ist. In der dritten Strophe reihen sich Gewitter „in tobend zerrissenen Wolken“ um „ihn“, während sieben goldene Siebensterne vor „ihm“ wie Kerzen brennen. In der vierten Strophe erblühen Trauben von lodernden Blitzen wie Blumen am Berghang, und wenn „er“ fragt, ob man ihm treu sein werde, schreien alle laut: Ja, Herr! „Er“ ist der Erste und der Letzte, heißt es in der fünften Strophe, und der grollende Donner gibt die Antwort. Und der „Sterngleiche“ fordert zur Ernte auf und dazu, die Sicheln zu ergreifen, und spricht „Amen“. In der Schlussstrophe erhebt sich gläubig die Menge, die Wolken am Himmel sind gerötet, und sieben goldglänzende Sterne führen „uns“ zum Wüstenrand.

Aufbau: Starface ist eine einsätzige Kurzkantate im Umfang von 52 Takten überwiegend im Dreihalbe-Takt zuzüglich einer Devise im Zweitaktwert. Die Kantate eröffnet mit der Devise über Swesdoliki, um nach einer zweitaktigen tremolierenden Streicherouvertüre aus dreifach geteilten 2. Violinen und Bratschen bei Ziffer 1 mit der eigentlichen Textvertonung zu beginnen. Die ersten 4 Strophen fasst er unter einer einzigen Vortragsanweisung zusammen, gliedert sie durch knappe Pausen. Die 1. Strophe schildert Sonne und Zenit und leuchtende Augen. Den 4 Zeilen entsprechen 6 Takte. Die hohen Streicher der Ouvertüre klingen in diesen Abschnitt hinein, der Chor rezitiert mehr als dass er singt. Sofort nach dem russischen Wort für Zenit (in den Übersetzungen findet sich Zenit am Ende der 4. Zeile, im Original am Ende der zweiten, was den Sinn verstellt), setzen die ganz hohen Holzbläser ein. Der Gedichtinhalt wird räumlich ins Klangbild der Partitur als Höhe zu Höhe einbezogen. In die Trennstelle der Halbepause klingen die tremolierenden Violinen hinein. Der nächste Gedichtabschnitt handelt von der Farbe des Himmels und von den prunkvollen Gewändern. In den zugehörigen 4 Takten bietet Strawinsky das impressionistische Orchester auf, um in orchestralen Jugendstilfarben die Farben des Himmels und der nach ihnen gestalteten Gewänder sehen zu lassen. Wieder trennt eine Halbepause diese vom nächsten Abschnitt und wieder sind es Streicher, diesmal von Hörnern unterstützt, die in die Pause hinein- und weiterspielen und auf diese Weise die Pause überbrücken. Diesmal zieht Strawinsky die nächsten 6 Verse zusammen, tobende Wolken und goldene Siebensterne und Blitze wie Trauben. Die Partitur lässt anschaulich hören, worum es geht. In die Trennpause spielen erneut die Violen hinein, diesmal in Verbindung mit den hohen Klarinetten. Die Frage nach der Treue, die man „ihm“ bewahren solle, die von der Menge mit einem Ja beantwortet wird, klingt bei Strawinsky mezzoforte verhalten. Erst mit der 5. Strophe, wenn der „Sternengleiche“ erklärt, der erste und der letzte zu sein, schöpft das Orchester alle seine Möglichkeiten aus, majestätisch, wie es in der Vortragsanweisung heißt. Der Abschnitt gipfelt auch klanglich im Amen des 20. Verses. Der letzte Abschnitt ist wieder verhalten. Nach einer Miniatur-Orchestereinleitung von viereinhalb Takten, die in tremolierenden ruhigen Oktavsprüngen das Erheben der Menge vorwegnehmen und den entsprechenden 21. Vers unterlegen, sind es im „Ancora più sostenuto“ vor allem Oboen und Klarinetten, die für die im Text angesprochenen farbigen Wolkengebilde stehen. Der Ausklang der letzten 3 Takte mit den letzten beiden Versen ist still. Die mystische Verheißung, von sieben goldglänzenden Sternen zum Wüstenrand, also zum Ende der Darbung geleitet zu werden, vollzieht sich leise. Nur die geteilten, wie zu Beginn tremolierenden Streicher bilden einen flimmernden Klangteppich, über den der Chor fast monoton hinwegrezitiert.

1. Aufriss

a) Klavierauszug *

Largo assai Viertel = 63 (Ziffer 21 bis Ende Ziffer 7 = Takt 1-26)

Tranquillo e maestoso (Ziffer 8 bis Ende Ziffer 10 = Takt 27-41)

Ancora più sostenuto Viertel = 50 (Ziffer 11 = Takt 42-45)

(très lointain) (Ziffer 11 2= Takt 43)

Tempo primo Viertel = 63 (Ziffer 12 = Takt 46-48)

b) Orchesterpartitur *

Molto sostenuto Viertel = 63 (Ziffer 21 bis Ende Ziffer 7 = Takt 1-26)

Maestoso e tranquillo (Ziffer 8 bis Ende Ziffer 10 = Takt 27-41)

Ancora più sostenuto Viertel = 50 (Ziffer 11 = Takt 42-45)

Tempo primo Viertel = 63 (Ziffer 12 = Takt 46-48)

* Taktzählung ohne „Devise“.

2. Aufriss

[ohne Angaben] (unbeziffert)

Çвђздоликій

Le Roi des étoiles

Sternen-Antlitz

Starface

[Gesungener Titel] (Ziffer 41 bis 31 = 2 Takte)

Molto sostenuto{ Largo assai}* Viertel = 63 (Ziffer 21 bis Ende Ziffer 7 = Takt** 1-30)

Лицо его было какъ солнце въ тотъ часв . . .

Ses yeux sont pareils aux étoiIes. . .

Es war sein Gesicht wie die Sonne . . .

His face was like the Sun . . .

(Gedichtzeile 1-16)

Maestoso e tranquillo {tranquillo e maestoso}* [ohne Metronomzahl] (Ziffer 8 bis Ende Ziffer 9 = Takt

31-37)

„Я первый” онъ рекъ „и рослђдній” . . .

“Je règne“, dit-il, “sans partage“ . . .

„Der erste bin ich und der letzte“ . . .

“I am the first and I am the last“ - he said . . .

(Gedichtzeile 38-45)

(Ziffer 10 = Takt 38-45)

Мы вђрной толпою возстали.

Pieux et fervents, nous suivimes.

Und gläubig erhob sich die Menge.

We rose, a loyal and faithful crowd.

(Gedichtzeile 21)

Ancora più sostenuto Viertel = 50 (Ziffer 11 = Takt 46-49)

На неб алђли изломы.

La foudre fendait les nuages.

Am Himmel gerötete Wolken.

Red zigzags glowed in the sky.

(Gedichtzeile 22)

Tempo primo Viertel = 63 (Ziffer 12 1-3= Takt 50-52)

И семь золотыкъ семизђздій . . .

Sept gloires d‘étoiles splendides . . .

Und sieben goldglänzende Sterne . . .

And the seven Golden constellations . . .

(Gedichtzeile 23-24)

* { } = nach Klavierauszug Forberg 1971.

** Taktzählung ohne Devise.

Stilistik: Das Stück ist geistlich geprägt. Das blockartige Gegeneinandersetzen von Chor- und Orchesterstellen ist antiphonal gedacht, die chorische Rezitation hat mit Sicherheit ihren Ursprung in der byzantinischen Rezitationspraxis, die Strawinsky ein wenig mehr als zehn Jahre später für seine religiösen Motetten aufgreifen wird. Strawinsky legt den Text nach altrussischer Kirchenpraxis frei. Da die Kantate kein übergeordnetes Sinngefüge besitzt, interpretiert er Einzelwörter und Einzelstellen übertragen bildlich. Strawinsky bedient sich dabei der unterschiedlichsten Instrumentalkombinationen. Die Reichhaltigkeit der Orchesterzusammensetzung bot ihm dazu jede gewünschte Ausdrucksmöglichkeit. Auffällig ist der Verzicht auf Tuttistellen. Die Kantate bildet die stärkste Annäherung an den impressionistischen Stil zu einem Zeitpunkt, an dem der Impressionismus als Epoche bereits abzuflauen begann. Auch von dieser Seite her erscheint die Widmung an Debussy folgerichtig. So schwierig die Ausführung auch immer ist, das gelungene Ergebnis führt zu einem seltsam sphärisch-leichten und gut anhörbaren Klangbild von Transparenz und Transzendenz. Debussys Vergleich mit der Sphärenmusik und der unirdischen Zugehörigkeit der Kantate findet hierin seine Begründung.

Devise: Orchesterpartitur wie Klavierauszug umdrucken den russischen Titel als Devise in Anführungsstrichen und in Majuskeln in alter Druckschrift „ЗВЂЗДОЛИКIЙ“ mit Notensystemen, die Orchesterpartitur mit je drei Tenorstimmen oberhalb und je drei Bassstimmen unterhalb, der Klavierauszug mit jeweils einem, aber dreistimmig besetzten System oberhalb und unterhalb. Diese Notensysteme sind weder metronomisiert noch tragen sie eine Taktangabe, haben aber den Wert von 2 Takten, weil jeweils auf 2 Ganznoten 2 Halbenoten folgen und die Kantate vorwiegend im Dreihalbe- = Sechsviertel-Takt steht. Über diese Devise gibt es unterschiedliche Aussagen. Im Zusammenhang mit seiner eher unfreundlichen Betrachtung der Kunzelschen Transkription im Brief vom 13. Juli 1968 an David Adams bemängelte Strawinsky ihr Fehlen und will sie gesungen beziehungsweise gespielt wissen. Robert Craft, der den Brief herausgegeben hat, fügt an dieser Stelle eine Anmerkung ein, in der er behauptet, die Äußerung Strawinskys widerspreche seinen früheren Äußerungen. Die sind möglicherweise nur mündlich gewesen oder missverstanden worden; denn in der von ihm selbst am 29. November 1962 in Toronto geleiteten Schallplattenaufnahme hat er die Devise ebenfalls singen lassen. Wenn Craft diese eher Nebensächlichkeit ausdrücklich vermerkt, so ist daraus zu schließen, dass er sie bei der historisch zweiten Aufführung der Kantate in New York nicht hat singen lassen, weil er sie nicht singen lassen sollte, oder sie singen zu lassen versäumte und Strawinsky das als belanglos abwiegelte.

Übersetzung: Die originale, dem Singtext zu unterlegende Übersetzung in das Französische stammt von M.-D. Calvocoressi, die spätere deutsche, nicht dem Notentext zu unterlegende Übertragung der Ausgaben von 1971 von Walther Neft.

Widmung: A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911 [Für Claude Debussy / Igor Strawinsky / Ustilug 1911].

Dauer: 4' 15".

Entstehungszeit: Herbst 1911 in Ustilug.

Uraufführung: Die Uraufführung fand am 19. April 1939 in Brüssel, Institut Nationale de Radio-Diffusion Belgeunter der Leitung von Fritz André; die zweite Aufführung fand am 20. November 1949 anlässlich eines mit 3000 Dollar defizitären (von Strawinsky vermutlich ganz oder teilweise ausgeglichenen) Konzertes in der C arnegie Hallvon New York unter Robert Craft gleichzeitig als amerikanische Erstaufführung statt; die vermutlich dritte Aufführung unter Hans Rosbaud am 8. Februar 1957 im Funkhaus des W estdeutschen Rundfunks Kölnmit dem K ölner Rundfunkchorund dem K ölner Rundfunk-Sinfonieorchester.

Bemerkungen: Der russische Verleger Jurgenson nahm die Kantate vermutlich nur aus nationalem Pflichtgefühl in Verlag, und zahlte an Strawinsky 300 Rubel.Er war sich darüber im klaren, dass die Komposition keine kommerziell interessante Sache wäre. Er druckte Klavierauszug und Partitur.Alle Versuche, das Stück kurz nach seiner Entstehung uraufführen zu lassen, scheiterten, auch die von Maurice Ravel. Der Krieg und die Enteignung Jurgensons kamen hinzu. So geriet die Kantate geradezu in Vergessenheit. Als Kussewitzkys Sekretär Wladimir Zederbaum wegen des Materials bei Strawinsky anfragte, weigerte sich der Komponist mit Brief vom 21. Juli 1938, sein Exemplar aus der Hand zu geben, war aber bereit, es bei sich kopieren zu lassen.Im Frühjahr 1939 tauchte eine Kopie bei einem Brüsseler Musikalienhändler auf. Es war die Bibliothek des Brüsseler Konservatoriums, die die Noten erwarb. Paul Collaer, damals Chef des Flämischen Rundfunks in Brüssel, wurde auf die Gelegenheit aufmerksam und stellte mit Erlaubnis des Verlegers das Orchestermaterial her. So kam es zur Brüsseler Uraufführung. – Es hat Versuche gegeben, die Kantate schon früher wenigstens zur Uraufführung zu bringen, wie etwa von Ravel im Winter 1913/14 in Paris, wie aus seinem Schreiben an Hélène Casella vom 2. April 1913 hervorgeht. Strawinsky selbst schickte, vermutlich zur selben Zeit, ein mit Bleistiftanmerkungen versehenes Druckexemplar an Edwin Evans, um Thomas Beacham für das Stück zu erwärmen. Das Evans-Exemplar befindet sich heute in der Central Music Library zu London.

Situationsgeschichte: Sprachlich wohlklingende, aber möglicherweise dichterisch hohle Bilder mit nebulos-aphoristischen Verheißungen wie dieses von Balmont sind ohne die „Genesis“ des Alten Testaments, die Geheime Offenbarung des heiligen Johannes aus dem Neuen Testament in Verbindung entweder mit modischer Agnostik eines modernen Freidenkertums oder sektiererische Grübelei pantheistischer Welterlösung undenkbar und ein typisches Produkt der Jahrhundertwende. Es gibt auch in anderen Sprachen Gedichte dieser Art, hinter deren Sprachrausch eine lediglich in Annäherungswerten nachvollziehbare dichterische Aussage steht. Das meinte auch Strawinsky, wenn er in der Rückerinnerung an Balmont nur noch weiß, dass dieser ein zweitrangiger Dichter und ständig betrunken war, rote Haare hatte und einen Spitzbart trug. Strawinsky machte sich über den unverständlichen Gedichtinhalt lustig, indem er meinte, er wisse eigentlich heute noch nicht, worum es im Text gehe. Strawinsky legte gleichzeitig Wert auf die Feststellung, mit dem in Paris lebenden Schriftsteller niemals mehr zusammengetroffen zu sein. Die Verse seien gut, erklärte er. Mochte Strawinsky später die Zusammenhänge eher skeptisch sehen, so wäre die später gescholtene Kantate nicht von ihm vertont worden, wenn er sich im Hochsommer oder Herbst 1911 nicht in einer verwandten Seelenlage befunden hätte. Sein Stück entstand wenige Monate nach der in den April fallenden Uraufführung von d´Annunzios Martyrium des Heiligen Sebastian mit der Musik von Debussy, das seine Wurzeln in dem mystisch-symbolistischen Rosenkreuzer-Kult fand, dem auch Satie zeitweise anhing. Strawinsky hat Debussys Bühnenwerk gekannt. Auch von daher findet Strawinskys Widmung an Debussy ihre sachliche Begründung.

Revidierte Fassung: Die Kantate, obwohl in einem russischen Verlag und somit nicht copyrightgeschützt erschienen, hat keinen Nach(Raub)druck und auch keine revidierte Fassung erfahren. Lindlar ist für sein Buch von 1957 der Frage nachgegangen und behauptet in einer Anmerkung, eine revidierte Fassung sei nicht vorgesehen gewesen. Aus einem Brief Strawinskys an Ernst Roth vom 5. Februar 1955 geht dagegen hervor, dass er sehr gerne einen Neudruck gesehen hätte und zur Aufführungserleichterung auch bereit gewesen wäre, die 8 Hörner ohne Schaden für das Stück auf 4 Hörner zu verringern. Strawinsky hat in seinen Privatexemplaren entsprechende Eintragungen gemacht. Er forderte damals Boosey & Hawkes auf, mit Forberg eine Übereinkunft zu treffen. Wenn es möglich war, so meinte er, eine solche über das Concertinomit Hansen in Kopenhagen zustandezubringen, warum nicht das Gleiche für Swesdolikimit Forberg. Strawinsky griff bei dieser Gelegenheit auch das Übersetzungsproblem auf, mit dem man bei symbolistischer Dichtung immer ein sehr heikles Thema berührt. Strawinsky wünschte offensichtlich zum russischen Grundtext eine englische Übersetzung, die Craft anfertigen sollte, und eine deutsche, für die er gerne Ernst Roth gewonnen hätte. Auf eine französische könne man verzichten. Möglicherweise sollte dies auch nur besagen, Calvocoressis Übersetzung sei ausreichend, obwohl sie, bezieht man Vers auf Vers, in der Zuordnung von Musik und Sprache doch auch Schwierigkeiten bereitet. Dass Strawinsky an einer Neuauflage nach wie vor interessiert war, beweist sein Brief vom 13. Juli 1968 an David Adams vom Verlag Boosey & Hawkes. Im Zusammenhang mit dem Kunzel-Projekt fragt er an, ob man die Orchesterpartitur der Kantate nicht neu drucken könne, weil sie heute gefragt sei. Zu diesem Zeitpunkt lag der Neudruck des Bonner Forberg-Verlages, der die Rechte hielt, noch nicht vor. Er hat sich demnach zu keiner Zeit von dieser Musik distanziert. Ob er auf eine revidierte Fassung verzichtete, weil er sonst hätte mit dem Forberg-Verlag zusammenarbeiten müssen, der gegen ihn den Feuervogel-Prozess geführt hatte, oder ob man darauf verzichtete, weil sie aus der Realität des Nichtaufgeführtwerdens kaufmännisch gesehen nichts brachte, muss offen bleiben. Dass ihm der Text später, als er die durch ihn bezeichnete Seelenlage überwunden hatte, nichts mehr sagte, beweisen die späteren, leicht ironischen Bemerkungen über Balmont und seine Kantate.

Bedeutung: Zum ersten Mal benutzte Strawinsky ein Orchester nicht als Ganzheit, sondern als Zusammenstellung mehrerer auf Einzelszenen ausgerichteter Instrumentalensembles, auch wenn in diesem Falle dabei ein Riesenorchester entsteht. Dieses Verfahren wird den Instrumentationsstil vor allem des Strawinsky nach 1950 prägen.

Fassungen: Die Verlagsgeschichte der Kantate ist nicht eindeutig und lässt Raum für Spekulationen. Bei Jurgenson erschienen 1913 der von Strawinsky selbst angefertigte Klavierauszug und die Orchesterpartitur. Es folgte die Jurgenson-Enteignung, die Abmachung mit Forberg und die Verlagerung nach Leipzig. In seinen Lebenserinnerungen berichtete Strawinsky, er habe die Kantate mit Debussy vierhändig gespielt. Bis zur Kunzel-Transkription von 1968 ist aber nirgends von einer vierhändigen Fassung die Rede. Also hat man sich vermutlich das Vierhändigspiel der Kantate so vorzustellen, dass Debussy und Strawinsky aus zwei Klavierauszügen musizierten und sich die Partitur dabei aufteilten, indem der eine den Orchester-, der andere den Chorpart spielte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen 1971 bei Forberg in Bonn Neuausgaben sowohl vom Klavierauszug wie von der Orchesterpartitur. Die zweifache, in der Neuausgabe übernommene Platten-Nummer des Klavierauszugs dürfte einem Versehen des Original-Druckers zuzuschreiben sein, weil die Platten-Nummer der letzten Seite mit der der Orchesterausgabe identisch ist. Der Russische Musikverlag beabsichtigte allerdings schon 1938, die Partitur neu zu drucken, wusste aber offensichtlich nicht, nach welchem Material. Exemplare besaßen Strawinsky, Kussewitzky in Amerika, der Verlag Chester in London. Aus der Sache wurde offensichtlich nichts. Eine von Erich Kunzel Mitte 1968 angefertigte Transkription wurde von Strawinsky harsch verworfen. Sie ist vermutlich nie im Druck erschienen. Strawinsky wollte außerdem keine englische Übersetzung haben, sondern stattdessen eine englisch-phonetische Übertragung des russischen Textes. Zu einer revidierten Ausgabe ist es nicht mehr gekommen. Die neuen Forberg-Ausgaben im Todesjahr Strawinskys gründen auf den Urfassungen.

Historische Aufnahme: Toronto 29. November 1962 mit den von dem Chorleiter Elmer Iseler russisch einstudierten Festival Singers of Torontound dem Canadian Broadcasting Corporation Symphony Orchestraunter der Leitung von Igor Strawinsky.Außer der Eigenaufnahme Strawinskys von 1964 sind keine weiteren Schallplattenaufnahmen nachweisbar. Es hat Versuche gegeben, die Kantate schon früher wenigstens zur Uraufführung zu bringen, wie etwa von Ravel im Winter 1913/14 in Paris, wie aus seinem Schreiben an Hélène Casella hervorgeht. Strawinsky selbst schickte vermutlich zur selben Zeit ein mit Bleistiftanmerkungen versehenes Druckexemplar an Edwin Evans, um Thomas Beacham für das Stück zu erwärmen. Dieses Exemplar befindet sich heute in der Central Music Library in London.

CD-Edition: XI-1/7.

Autograph: Das Debussy geschenkte und von dessen Erben an einen Musikalienhändler verkaufte angebliche Originalmanuskript gilt als verschollen, es sei denn, es habe sich, was näher liegt, um das Exemplar des gedruckten Klavierauszuges gehandelt. Es war André Schaeffner, der berichtete (White beruft sich auf Schaeffner), die Handschrift sei Debussy geschenkt und von dessen Erben verkauft worden und danach verschollen – aber wieso sollte Strawinsky das Autograph einer Orchesterpartitur verschenken, die noch gar nicht gedruckt war? War es eine Kopie, oder war es möglicherweise jener mit Widmung versehene gedruckte Klavierauszug, der sich heute in London befindet?

Copyright: 1971 erneuertes Copyright durch Rob. Forberg - P. Jurgenson.

Irrtümer, Legenden, Kolportagen, Kuriosa, Geschichten

Es ist nicht so ganz ersichtlich, ob Debussy auf die Widmung der Kantate eher kollegial höflich mit erstaunt ironischem Unterton als wirklich begeistert antwortete. In seinem Dankschreiben vom 18. August 1913 bezeichnete er die Musik zwar als außerordentlich und verglich sie mit Platos Sphärenmusik; gleichzeitig ließ er aber durchblicken, dass sie auf Erden kaum mit einer Aufführung rechnen könne. Diese "Kantate der Planeten" gehöre auf den Sirius oder den Aldebaran.

Ausgaben

a) Übersicht

14-1 1913 KlA; Jurgenson Moskau; r-f; 10 S.; 36732.

14-2 1913 Dp; Jurgenson Moskau¸r-f; 13 S.; 36729.

14-2Straw 1913 ibd. [mit Korrekturen].

14-2St 1913 Stimmensatz; Jurgenson Moskau [nicht identifiziert].

14-2E-St 1913 Zusatzstimmen [nicht identifiziert].

14-2[32] [1913] Dp; Jurgenson / Forberg Leipzig; 13 S.; 36729.

14-2[57] 1913 Dp; Forberg; 13 pp.; 36729.

14-2[57]-Straw ibd.

14-3 1971 KlA; Jurgenson / Forberg Bad Godesberg; 10 S.; 36732/36729.

14-4 1971 Dp; Jurgenson / Forberg Bad Godesberg; 11 S.; 36729.

b) Identifikationsmerkmale

14-1 ИГОРЬ СТРАВИСКIЙ. / «ЗВЂЗДОЛИКIЙ»* / (К. Бальмонтъ)** / [Радђнiе бђлыхъ голубей] / КАНТАТА / ДЛЯ МУЖСКОГО ХОРА И ОРКЕСТРА. / Переложенiе / для пђнiя съ фортепiано. / П [vignette] Ю / Igor Strawinsky. / «Le Roi des étoiles»* ( K. Balmont) / Traduction française de / M.-D. Calvocoressi. / CANTATE / POUR CHANT ET ORCHESTRE. / Partition pour Chant et Piano. // (Klavierauszug mit Gesang [nachgeheftet] 26,7 x 34,4 (2° [4°]); Singtext russisch-französisch; 10 [8] Seiten + 2 Seiten Vorspann [aufgemachte Titelei mit oberhalb linksorientiertem russischen und unterhalb rechts orientiertem französischen Text schwarz-hellblau auf cremeweiß mit 1,7 x 3 wappenartiger Trennvignette und Verlegerinitialen mittig links und rechts unter russischem Text, Seite mit Vertonungstext deutsch] + 2 Seiten Nachspann [Leerseite, Seite mit werkbezogenem Ausgabenverzeichnis einschließlich Preisen mittig >Оркестровая партитура° / }°° 1 Rb. 50 k. / Partition d'orchestre.° / Оркестроые голоса.° / }°° 4 „ — „ / Parties d'orchestre.° / Дубликамы. P. supplementaires à —25 k./ Клавираусцугъ.° / }°° 1 „ —„ / Partition p. Chant & Piano.° / Хоровые голоса.° / }°° — „ 80 „ / Parties de choeur.°< + Impressum seitenunterhalb linksbündig mit Vignette >Изданiе П. Юргенсона въ Москвђ.* / [Vignette°°°] / Edition P. Jurgenson. Moscou—Leipzig.<; Kopftitel russisch mittenzentriert mittig innerhalb zweisystemiger Devise >„ЗВЂЗДОЛИКІЙ“.< französisch unterhalb Devise >LE ROI DES ÉTOILES.<; Widmung in Verbindung mit Autorenangabe Komponist 1. Notentextseite paginiert S. 3 neben französischem Kopftitel rechtsbündig zentriert handschriftlich in Strichätzung >A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911<; Autorenangabe Dichter oberhalb und neben französischem Kopftitel linksbündig >К. БАЛЬМОНТЪ. / C. BALMONT.<; Übersetzernennung unterhalb französischem Kopftitel linksbündig zentriert >Traduction française / de M.– D. CALVOCORESSI.<; Rechtsschutzvorbehalte ohne Copyright 1. Notentextseite neben russischem Kopftitel linksbündig unterstrichen > Aufführungsrecht vorbehalten.< unterhalb Notenspiegel linksbündig >Propriété de l'éditeur< rechtsbündig >P. Jurgenson à Leipsic et Moscou.<; Platten-Nummer [S. 3] >3673I<, [S. 4-10***] >36732<; ohne Kompositionsschlussdatierung S. 10; Herstellungshinweise S. 10 unterhalb Notenspiegel rechtsbündig als Endevermerk >Gravé et impr. chez [#****] P. Jurgenson à Moscou.<) // (1913)

° Distanzpunkte.

°° Die nach rechts gerichtete zweizeilige Schweifklammer umfasst jeweils die russische und französische Ausgabenbenennung und gibt zwischenzeilig den Preis in Rubel und Kopeken an.

°°° Die Verlagsvignette 0,7 x 0,8 wappenartig steht zwischen Russischem und französischem Verlagshinweis nach linksausgerückt.

* Hellblaudruck.

** Hohlschrift im Kursivdruck. Klammer nach russischer Art eher eckig gehalten und nicht kursiv.

*** Platten-Nummer identisch mit der Platten-Nummer der Orchesterausgabe; möglicherweise handelt es sich um ein Setzer-Versehen; in der Urausgabe führte die 1. Seite die Plattennummer 36731 und die Seiten 2 bis Schluss die Platten-Nummer 36732. Im Basler Exemplar >62 / STRAW / 153< wurde an der >1< offensichtlich herumgekratzt.

**** Verlagsvignette 0,6 x 0,7 wappenartig.

14-2ИГОРЬ СТРАВИСКIЙ. / «ЗВЂЗДОЛИКIЙ»* / (К. Бальмонтъ)** / [Радђнiе бђлыхъ голубей] / КАНТАТА / ДЛЯ МУЖСКОГО ХОРА И ОРКЕСТРА. / Переложенiе / для пђнiя съ фортепiано. / Оркестровая [#] партитура.* / П [vignette] Ю / Igor Strawinsky. / «Le Roi des étoiles»* ( K. Balmont) / Traduction française de / M.-D. Calvocoressi. / CANTATE / POUR CHANT ET ORCHESTRE / Partition pour Chant et Piano. / Partition d'orchestre.* // (Dirigierpartitur ungeheftet 26,8 x 34,4 (2° [4°]); Singtext russisch-französisch; 13 [11] Seiten ohne Umschlag + 2 Seiten Vorspann [aufgemachte Titelei mit linksorientiertem russischen und rechts orientiertem französischenext schwarz-hellblau auf cremeweiß mit 1,7 x 2,9 wappenartiger Trennvignette† und Verlegerinitialen mittig links und rechts, Leerseite] + 1 Seite Nachspann [Seite mit werkbezogenem Ausgabenverzeichnis einschließlich Preisen mittig >Оркестровая партитура° / }°° 1 Rb. 50 k. / Partition d'orchestre.° / Оркестроые голоса.° / }°° 4 „ — „ / Parties d'orchestre.° / Дубликамы. P. supplementaires à —25 k./ Клавираусцугъ.° / }°° 1 „ —„ / Partition p. Chant & Piano.° / Хоровые голоса.° / }°° — „ 80 „ / Parties de choeur.°< + Impressum seitenunterhalb linksbündig mit Vignette >Изданiе П. Юргенсона въ Москвђ.* / [Vignette°°°] / Edition P. Jurgenson. Moscou—Leipzig.<; Kopftitel russisch mittenzentriert mittig innerhalb sechssystemiger Devise >„ЗВЂЗДОЛИКІЙ“.< französisch unterhalb Devise >LE ROI DES ÉTOILES.<; Widmung in Verbindung mit Autorenangabe Komponist 1. Notentextseite paginiert S. 3 neben letztem System Devise und zwischen französischem Kopftitel rechtsbündig zentriert handschriftlich in Strichätzung >A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911<; Autorenangabe Dichter zwischen Devise und französischem Kopftitel linksbündig >К. БАЛЬМОНТЪ. / C.BALMONT.<; Übersetzernennung unterhalb französischem Kopftitel linksbündig zentriert >Traduction française / de M.– D. CALVOCORESSI.<; Rechtsschutzvorbehalte ohne Copyright 1. Notentextseite neben russischem Kopftitel linksbündig unterstrichen > Aufführungsrecht vorbehalten.< unterhalb Notenspiegel linksbündig >Propriété de l'éditeur< rechtsbündig >P. Jurgenson à Leipsic et Moscou.<; Platten-Nummer 36729<; Kompositionsschlussdatierung S. 13 >OUSTILOUG 1911–12<; Herstellungshinweise S. 13 unterhalb Notenspiegel rechtsbündig als Endevermerk >Gravé et impr. chez [#****] P. Jurgenson à Moscou.<) // (1913)

† Die Trennvignette beginnt in der Mitte der letzten russischen Zeile.

° Distanzpunkte.

°° Die nach rechts gerichtete zweizeilige Schweifklammer umfasst jeweils die russische und französische Ausgabenbenennung und gibt zwischenzeilig den Preis in Rubel und Kopeken an.

°°° Die Verlagsvignette 0,7 x 0,7 als Wappen gekrönter Doppeladler steht zwischen Russischem und französischem Verlagshinweis nach links ausgerückt.

* Hellblaudruck.

** Hohlschrift im Kursivdruck. Klammer nach russischer Art eher eckig gehalten und nicht kursiv.

**** Verlagsvignette 0,7 x 0,8 als Wappen gekrönter Doppeladler.

14-2Straw

Strawinskys Nachlassexemplar der Dirigierpartitur enthält außer in den Hornpartien keine Eintragungen. Das Exemplar ist auf dem Außentitel seitenoberhalb rechts in russischer Schreibschrift mit >Igor Strawinsky / I9I3< signiert und datiert, wobei er die letzten beiden Buchstaben der 1. Zeile bogenförmig nach unten laufen lässt und vom letzten Buchstaben aus den bei ihm beliebten Endstrich wiederum als Bogen schwungvoll unter die Jahreszahl zieht, so dass diese wie unterstrichen wirkt. Bei den Hornpartie-Eintragungen handelt es sich um komplexe Bleistift-Vermerke vielfach aus Zuordnungsstrichen mit dem Ziel, aus 8 Hornstimmen deren vier zu machen.

14-2St Stimmensatz, Jurgenson Moskau, 1913 // [nicht identifiziert]

14-2E-St Ergänzungs-Stimmensatz, Jurgenson Moskau, 1913 // [nicht identifiziert]

14-2[57] Igor Strawinsky / Le Roi des Etoiles / (K. Balmont) / frz. Text von M.-D. Calvocoressi / Kantate / für / Männerstimmen und Orchester / Rob. Forberg // (Dirigierpartitur ungeheftet 23,2 x 29,5 ([Lex. 8°]); Singtext russisch-französisch; 13 [11] Seiten + 4 Seiten Umschlag [Titelei schwarz auf cremeweiß, 3 Leerseiten] ohne Vorspann + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; Kopftitel russisch mittig innerhalb der Devise > ЗВЂЗДОЛИКІЙ< französisch >LE ROI DES ÉTOILES< unterhalb Devise; Widmung neben und unterhalb letzter Zeile Devise in Verbindung mit Autorenangabe 1. Notentextseite paginiert S. 3 oberhalb und neben französischem Kopftitel rechtsbündig handschriftlich in Strichätzung >A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911>; Dichter- und Übersetzerangabe zwischen Devise und französischem Kopftitel linksbündig zentriert >К. БАЛЬМОНТЪ. / C. BALMONT. / Traduction française / de M.-D. CALVOCORESSI.<; Rechtsschutzvorbehalt 1. Notentextseite oberhalb Notenspiegel neben russischem Kopftitel linksbündig unterstrichen > Aufführungsrecht vorbehalten.< unterhalb Notenspiegel linksbündig >Propriété de l’éditeur<; Platten-Nummer >36729<; ohne Herstellungshinweis,; ohne Endevermerk S. 13) // [1957]

14-2[57]-Straw

Strawinskys Nachlassexemplar ist oberhalb und neben Namen mit >IStrawinsky / I957< gezeichnet und datiert. Es enthält neben den Hornstimmen-Eintragungen (rot) eine (unwesentliche) Korrektur: Das b-Zeichen im letzten (dritten) Zweitonakkord der 2. Trompete bei Ziffer 9 1soll in eine runde Klammer gesetzt werden (weil das Erniedrigungszeichen b schon im vorhergehenden, dem zweiten Akkord steht.

14-3 IGOR STRAWINSKY / LE ROI DES ETOILES / CANTATE / RUSSISCHER TEXT: [#] FRANZÖSISCHER TEXT: / K. BALMONT [#] M. - D. CALVOCORESSI / PARTITUR / MÄNNERCHOR UND ORCHESTER / [Vignette] / ROB FORBERG [#] П. ЮРГЕНСОНА // (Partitur klammergeheftet 22,9 x 31 (4° [4°]); Singtext russisch-französisch; 11 [11] Seiten + 4 Seiten Umschlag weiß auf glänzend dunkelgrün [Titelei mit Verlagsvignette 1,3 x 1,5 Doppeladler mit Krone, Czepter und Reichsapfel, Vertonungstext deutsch mit Übersetzernennung und Rechtsschutzvorbehalt >Deutsche Übersetzung: Walther Neft / © 1971 Rob. Forberg P. Jurgenson Bonn – Bad Godesberg<, Vertonungstext in Schreibmaschinen-Drucksatz englisch ohne Übersetzernennung mit Rechtsschutzvorbehalt >English translation / copyrighted by Rob. Forberg – P. Jurgenson, Musikverlag / 53 Bonn–Bad Godesberg, Germany<, Seite glänzend weiß mit verlagseigener >ROB. FORBERG P. JURGENSON< Werbung >Orchester - Leihmateriale / Auswahl russischer Komponisten<* ohne Stand] ohne Vorspann + 1 Seite Nachspann [Leerseite] ; Kopftitel russisch mittenzentriert mittig innerhalb der Devise >„ЗВЂЗДОЛИКІЙ“.< französisch >LE ROI DES ÉTOILES.< unterhalb Devise; Widmung in Verbindung mit Autorenangaben und Übersetzernennung 1. Notentextseite unpaginiert [S. 1] neben 4. und zwischen 4. und 5. und 5. und 6. Notenzeile Devise rechtsbündig handschriftlich in Strichätzung zentriert >A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911> neben und unterhalb Kopftitel inksbündig >К. БАЛЬМОНТЪ. / C.BALMONT. / Traduction française / de M. D. CALVOCORESSI<; Rechtsschutzvorbehalt 1. Notentextseite neben Devisen linksbündig unterstrichen >Aufführungsrecht vorbehalten< unterhalb Notenspiegel linksbündig >Eigentum des Verlegers für alle Länder – All rights reserved / © 1971 Copyright renewed by Rob. Forberg – P. Jurgenson / 53 Bonn – Bad Godesberg, Germany<; Platten-Nummer >36729<; Herstellungshinweis S. 11 rechtsbündig als Endevermerk >Noten und Druck: H. Gruber, (Allfoto) Minden)<) // 1971

* Angezeigt werden ohne Spalteneinteilung, ohne Distanzpunkte und ohne Preisangaben Kompositionen von >Balakirew, M.< bis >Tschaikowsky, P.<, an Strawinsky-Werken >Strawinsky, I. [#] Sinfonie Nr. 1 Es-Dur<.

14-4 IGOR STRAWINSKY / LE ROI DES ETOILES / CANTATE / RUSSISCHER TEXT: [#] FRANZÖSISCHER TEXT: / K. BALMONT [#] M. D. CALVOCORESSI / KLAVIERAUSZUG / CHORPARTITUR / [Vignette] / ROB FORBERG [#] П. ЮРГЕНСОНА // IGOR STRAWINSKY / LE ROI DES ETOILES / CANTATE / RUSSISCHER TEXT: [#] FRANZÖSISCHER TEXT: / K. BALMONT [#] M. D. CALVOCORESSI / KLAVIERAUSZUG / CHORPARTITUR / ROB FORBERG [#] P. JURGENSON // (Klavierauszug [nachgeheftet] 22,7 x 30,4 (4° [4°]); Singtext russisch-französisch; 10 [8] Seiten + 4 Seiten Umschlag weiß auf schwarz [Titelei mit Verlagsvignette Doppeladler mit Krone, Czepter und Reichsapfel 1,3 x 1,5, 3 Leerseiten] + 2 Seiten Vorspann [Innentitelei schwarz auf weiß, Seite mit deutscher Übersetzung von Walther Neft + Übersetzernachweis + Rechtsschutzvorbehalt >© 1971 Rob. Forberg P. Jurgenson – Bad Godesberg<] + 4 Seiten Nachspann [2 Leerseiten, Seite mit verlagseigener Werbung >Auswahl russischer Klaviermusik<* ohne Stand, Seite mit verlagseigener Werbung >Auswahl russischer Klaviermusik<** ohne Stand]; Widmung in Verbindung mit Autorenangaben 1. Notentextseite paginiert S. 3 unterhalb Devise oberhalb, neben und unterhalb französischem Werktitel >LE ROI DES ÉTOILES.< rechtsbündig handschriftlich in Strichätzung >A Claude Debussy / Igor Strawinsky / Oustiloug 1911> linksbündig >К. БАЛЬМОНТЪ. / C. BALMONT. / Traduction française / de M. D. CALVOCORESSI.<; Rechtsschutzvorbehalt 1. Notentextseite oberhalb Notenspiegel neben Devise linksbündig unterstrichen > Aufführungsrecht vorbehalten< unterhalb Notenspiegel >Eigentum des Verlegers für alle Länder / Alle Rechte vorbehalten / Rob. Forberg, Bonn–Bad Godesberg<; Platten-Nummer [S. 3-9] >36732< [S. 10] >36729<***; Herstellungshinweise [historisch (altschriftlich)] 1. Notentextseite unterhalb Notenspiegel rechtsbündig >P. Jurgenson à Leipsic et Moscou< S. 10 als Endevermerk rechtsbündig >Druck: H. Gruber, (Allfoto) Minden)<;) // 1971

* Angezeigt werden ohne Spalteneinteilung, ohne Distanzpunkte und ohne Preisangaben Kompositionen von >Prokofiew, S. < bis >Tschérépnin, N. <, an Strawinsky-Werken >Strawinsky, I. [#] Le Roi des étoiles<.

** Angezeigt werden ohne Spalteneinteilung, ohne Distanzpunkte und ohne Preisangaben Kompositionen von >Arensky, A.< bis >Pachulski, H.<, keine Strawinsky-Nennung.

*** Platten-Nummer identisch mit der Platten-Nummer der Orchesterausgabe; möglicherweise handelt es sich um ein Setzer-Versehen (aus dem Jahre 1913).


K Cat­a­log: Anno­tated Cat­a­log of Works and Work Edi­tions of Igor Straw­in­sky till 1971, revised version 2014 and ongoing, by Hel­mut Kirch­meyer.
© Hel­mut Kirch­meyer. All rights reserved.
https://kcatalog.org and https://kcatalog.net

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